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1879 - 1897

Rudolf Steiner > Goethe, Fichte...

Goethe, Fichte, Schelling, Hegel

In dieser Studie möchten wir vom Sinn einiger Planetenpositionen und Planetenaspekte, die in Rudolf Steiners Sterbehoroskop vorliegen, sprechen. Wir beginnen mit Thomas von Aquins Todeshoroskop.

 
 

Fig.1


Das Todesdatum des Aquinaten ist nicht gesichert. Im Internet wird meistens das Datum vom 7. März 1274 angegeben. Es gibt aber auch Websites, die den Todestag auf den 2., 6., 9. oder 12. März festsetzen. Aus einer kurzen Suche mit Google resultierte Folgendes:

Bartolomeo Fiadoni in Dizionario Biografico – Treccani
www.treccani.it › Dizionario Biografico‎
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Non si trovava però con lui, quando il 9 marzo 1274 Tommaso d'Aquino morì nel monastero cistercense di Fossanova, mentre si dirigeva al concilio di Lione ...

San Tommaso d'Aquino - Angeli buoni
www.angelibuoni.it/angeli/tommaso.html‎
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San Tommaso d'Aquino nacque a Roccasecca, forse nel 1224 (non si conosce la ... si fermò nell'abbazia cistercense di Fossanova, dove morì il 9 Marzo 1274.

Abbazia di Fossanova - Documenti - Proloco Gaeta
www.prolocogaeta.it/documenti.aspx?IDDoc=113‎
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L'Abbazia prese subito grande importanza e nel 1274 vi morì anche S.Tommaso d'Aquino. Nella foresteria è facilmente visitabile la stanza dove il 9 marzo 1274 ...

l'Abbazia di Fossanova a Priverno - Nuovi panorami
www.nuovipanorami.it/italia/lazio/fossanova.html‎
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... Fossanova prese subito grande importanza e nel 1274 vi morì anche San Tommaso d'Aquino. Nella foresteria è facilmente visitabile la stanza dove il 9 marzo ...

Speciale Abbazie/14 - L'addio di Tommaso - PleinAir
www.pleinair.it/.../speciale-abbazie-14-l-addio-di-tom...‎
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Speciale Abbazie/14 - L'addio di Tommaso ... all'antica infermeria, oggi sistemata a museo, e alla foresteria dove, il 9 marzo 1274, morì San Tommaso d'Aquino.

FOTOGRAFO MATRIMONI CHIESA ROMA - Servizi fotografici ...
www.fotocolizzi.com/.../servizi-fotografici-matrimoni...‎
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... subito grande importanza e nel 1274 vi morì anche S.Tommaso d'Aquino. Nella foresteria è facilmente visitabile la stanza dove il 9 marzo 1274 morì il santo.

Gli 800 anni di Fossanova | L'Arca di Noè
www.l-arcadinoe.com › ... › Architettura‎
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Jun 11, 2008 - Ma dopo un breve periodo di grande accoglienza, fatto soprattutto di preghiera, il 7 (o il 9) marzo 1274, Tommaso D'Aquino si fece distendere ...

Perle del Lazio, preziose, ma sconosciute. - INTERVenti
www.interventi.net/.../524-perle-del-lazio-preziose-ma...‎
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... il terremoto del 1349, nello stesso luogo dove era posta la rocca dei d'Aquino. ... si può vedere la stanza dove il 9 marzo 1274 morì San Tommaso d'Aquino.


LES HOMÉLIES DE SAINT THOMAS D'AQUIN
docteurangelique.free.fr/livresformatweb/sermons/24sermonsthomas.htm‎
Thomas d'Aquin (Tommaso d'Aquino) est né en 1224 ou 1225, au château de .... Et effectivement, saint Thomas mourut quelques temps après, le 2 mars 1274.

saint Thomas d'Aquin - Classes BNF
classes.bnf.fr/dossitsm/b-thomaa.htm‎
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Né en 1225 à Aquino, près de Naples, en Italie, Thomas d'Aquin appartient à l'une ... Il meurt le 2 mars 1274 à quarante-neuf ans, en se rendant au concile de ...

Saint Thomas d'Aquin, 1225-1274 : Foi et raison ... - Jardinier de Dieu
www.jardinierdedieu.com/article-saint-thomas-d-aquin...‎
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Jan 28, 2013 - Né en 1225 à Aquino, près de Naples, en Italie, Thomas d'Aquin appartient à ... Il meurt le 2 mars 1274 à quarante-neuf ans, en se rendant au ...


Thomisten | eLexikon | Theologie - Kirchenhistoriker - Besonderes
www.peter-hug.ch/lexikon/Thomisten?Typ=PDF‎
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... das er zuerst eingetreten war, und starb 6. März 1274 im Kloster. Fossanuova bei Terracina auf der Reise zum Konzil von Lyon. Thomas von Aquino ward 15.


Bibliographie der Kirchenväter und Kirchenlehrer vom ersten bis ...
books.google.fr/books?id=Y7f9cX9VQY4C - Translate this page
Franz Wenzel Goldwitzer - 1828
Thomas Aquino, Doctor angelicus genannt, geb. 1224,
den 12- März 1274. (Vergl. Brev. rom. 6. März. — Convcrsatiouslexicon Bd. д.. Seile 835 — 838.


Unsere Forschungen fu
ßen immer auf dem Datum, das Meyers Großes Konversations-Lexikon (Leipzig und Wien, 1908) liefert: 6. März 1274. Guenther Wachsmuth hat in seiner Arbeit Kosmische Aspekte von Geburt und Tod die Positionen von Thomas' Todesplaneten mit diesem Datum berechnet. 1


Wegbereiter

 
 

Fig. 2


Goethes Merkur
† und Merkur† des Scholastikers stehen in Konjunktion (Fig. 2).
Wenn die Konjunktion nur durch Zufall zustande kommt, hat sie keine Bedeutung. Das kommt häufig vor, denn es ergeben sich Zufallsverbindungen zwischen den Horoskopen der Milliarden von Verstorbenen.
Im weiteren Verlauf dieser Studie wird sich herausstellen, dass Goethes Merkur† mit Merkur† des Aquinaten nicht durch Zufall vereint ist. Die Konjunktion bedeutet, dass die beiden Seelen in ihrem nachtodlichen Dasein empfinden, dass ihre Gedankengänge identisch sind. Die Konjunktion ereignete sich, weil Goethe den Boden für Rudolf Steiner, der noch in der geistigen Welt weilte, vorbereitet hat.

Im Normalfall entsteht die astrologische Verbindung zwischen zwei Verstorbenen, wenn sie sich im Erdenleben gekannt haben und miteinander bedeutsam verbunden waren. Das trifft nicht auf Goethe und den Aquinaten zu.

Die astrologische Verbindung kann auch zustande kommen, wenn ein Mensch in seinem irdischen Dasein intensiv das Werk eines verstorbenen Vorgängers studiert, sich mit dessen ehemaligen Gedanken identifiziert oder sein Werk weiterführt. Das ist auch nicht der Fall in Goethes Leben.

Dann gibt es noch den Pfad, auf dem Goethe wandelte. Durch sein irdisches Werk hat er die Grundlagen für das Werk eines Nachfolgers erschafft. Der Weimarer hat die ersten "anthroposophischen" Gedanken in seiner Farben- und Metamorphosen-Lehre niedergeschrieben und verband sich dadurch unbewusst mit der Thomas-Seele, die von der geistigen Welt zur Erde hinunterschauend, seine naturwissenschaftlichen Gedanken verfolgte.

Als der verstorbene Goethe der Seele des Thomas von Aquin begegnete, hätte ihm der Scholastiker zum Beispiel sagen können: «Ich werde bald zur Erde hinabsteigen; dort werde ich mit Deinen Gedanken, die auch die meinigen sind, an Dein Werk anknüpfen und es weiterführen.»

 
 

Fig. 3


Goethes Pluto
† belebt die Quadratur, die Merkur und Pluto im Todshoroskop des Scholastikers bilden (Fig. 3).
Nach Goethes Ankunft in der Welt der Verstorbenen sagt ihm der dort weilende Aquinate (in einem imaginären Gespräch): «Durch Deine Anwesenheit verschärft sich mein Denken. Ich werde, wenn ich dann wieder auf der Erde leben werde, in meiner philosophischen Entwicklung gefährliche Phasen durchmachen und mit Dir nicht immer einig sein.»

 
 

Fig. 4


Johann Gottlieb Fichte (Fig. 4) war auch ein Vorläufer der Anthroposophie. Die Seele des Scholastikers empfing den verstorbenen Fichte mit warmen Worten:
«Deine Philosophie ist direkt aus der geistigen Welt geschöpft. Meine Weltanschauung stammt aus derselben Quelle. In meinem zukünftigen Werk werde ich mit Dir in geistiger Kommunion leben und Deine Geistesbotschaft vertreten.»

 
 

Fig. 5


Der in der übersinnlichen Welt lebende Thomas von Aquin verspricht dem verstorbenen Georg Hegel (Fig. 5):
«Ich werde Deine Geistesphilosophie übernehmen und ihr einen konkreten Inhalt und Herzenswärme verleihen, sodass sie Allgemeingut der geistsuchenden Menschen werden kann.»

 
 

Fig. 6


In der Welt der Verstorbenen, in der Thomas von Aquin sich mit Georg Hegel bespricht, sehen sie, dass es zwischen ihnen Spannungen gibt und dass Thomas' philosophische Entwicklung in der kommenden Steiner-Inkarnation sich zeitweise krisenhaft gestalten wird (Fig. 6).

 
 

Fig. 7


Am 21. April 1860 bestimmte der Neumond die Kardinalpunkte der Lokalisierung (MCL und ACL) und den zukünftigen Geburtsort des Thomas von Aquin. (Fig. 7). (Nähere Angaben dazu in www.reinkarn.info, Kapitel "Thomas von Aquin".) Während dieses Vorgangs verband sich der ehemalige Kirchenlehrer, der sich zur Reinkarnation anschickte, mit dem verstorbenen Friedrich von Schelling und wurde für die Gedankenwelt dieses Vorläufers der Anthroposophie empfänglich.

 
 

Fig. 8


Zur selben Zeit verband sich Thomas von Aquin zum zweiten Mal mit dem verstorbenen Goethe (Fig. 8). Zuerst hatte er sich die Gedankengänge des Weimarers zu eigen gemacht (Fig. 2). Nun, kurz vor seiner Wiederverkörperung schaute er noch tief in Goethes nachtodliche Entwicklung hinein und lernte das wahre Wesen des Dichters, das
sich nur in der Welt der Verstorbenen offenbart, kennen.

Goethes Todesdatum ist von höheren Mächten bestimmt worden; sie wollten, dass sein Merkur
† sich mit Merkur† des Thomas von Aquin verbinde. Die geistigen Lenker haben auch den Reinkarnationsprozess des Aquinaten geführt, sodass Goethes Mondknoten† auf die Himmelstiefe der Lokalisierung (ICL) zu stehen kam.
Auch Fichtes, Hegels und Schellings Sterbedaten sind von diesen Mächten festgelegt worden, sodass ihre Todeshoroskope mit Thomas von Aquins Sterbehoroskop auf oben gezeigte Art (Fig. 4 - 7) in Beziehung traten. Weil diese astrologischen Beziehungen hergestellt worden waren, konnten die vier nach ihrem Tode mit dem Scholastiker in nahe Verbindung treten und sich mit ihm besprechen bevor er, - mit voller Vorbereitung zur Weiterausbildung ihrer Weltanschauung -, zur Erde hinunterstieg.



Lichtseite

 
 

Fig. 9


Nun wenden wir den Blick zum Jahr 1879. Am 25. Februar wurde Rudolf Steiner achtzehn und im Oktober 1879 trat er in die Wiener Technische Hochschule ein. Soviel für das
Äussere auf das wir nicht näher eingehen werden, denn wir möchten uns auf Rudolf Steiners innere Entwicklung konzentrieren. Seine kreativen Kräfte lesen wir in seiner Thomas-Seele, d.h. im Todeshoroskop des Aquinaten (Fig. 9).
Am 23. Januar 1879 kam die laufende Venus zur Stelle (15° 04' Wassermann) zurück, an der sie in Thomas von Aquins Todeshoroskop steht (Fig. 1). Sein Sterbehoroskop ist für 12 Uhr berechnet. Die genaue Position der Venus† können wir nicht berechnen, weil wir den Zeitpunkt vom Tod des Thomas nicht kennen. In Wien, in dessen Nähe Rudolf Steiner lebte, war es ungefähr 18 Uhr, als Venus diesen Punkt erreichte. Im Horoskop - "Venusar" genannt - das wir mit diesen Angaben (23. Januar 1879, Wien, 18 Uhr) erstellen, befindet sich der absteigende Mondknoten fast genau auf dem Drachenkopf des Todeshoroskops.
Diese Konjunktion bedeutet, dass die Thomas-Seele, die im jungen Rudolf Steiner lebte, zwischen dem 23. Januar 1879 und dem nächsten Venusar (7. März 1880) den Anschluss an die geistige Welt suchte.
Der absteigende Mondknoten des Venusars belebte nicht nur den aufsteigenden der Thomas-Seele, sondern auch die Verbindung mit dem verstorbenen Johann Gottlieb Fichte (Fig. 4). Der verstorbene Philosoph führte und inspirierte den Studenten und die Thomas-Seele nötigte den Achtzehnjährigen Fichtes Schriften zu lesen. Im Sommer 1879, nach Abschluss der Realschule, verkaufte er seine Schulbücher und kaufte u. a. Schriften von Fichte, Hegel und Schelling.

In Wirklichkeit machte sich diese innere Entwicklung schon vor dem 23. Januar 1879 bemerkbar; sie war schon durch den Übergang des absteigenden Mondknotens über den aufsteigenden des Todeshoroskops angekündigt worden (12. Oktober 1878 bis 5. Mai 1879; Orbis 6°30'). In jenen Monaten suchte Rudolf Steiner immer noch bei Kant Antworten auf seine philosophischen Fragen. Seine Bemühungen waren vergeblich, Kant brachte ihn nicht weiter. Der Mondknotentransit und der Mondknoten des Venusars symbolisierten eine Steigerung des seelischen Hungers.
Ob es sich um geistige Fragestellungen oder bloß um Spielereien handelte, hängt vom Entwicklungsgrad des Ich ab; den kann die Astrologie jedoch nicht erkennen. Wer sich aber in Rudolf Steiners Lehre jahrelang hineingearbeitet hat, weiss, dass er ein ernster Wahrheitssucher war.

In seiner Autobiographie erinnert er sich: Mein erster Besuch in Wien nach Ankunft in Inzersdorf wurde dazu benützt, mir eine größere Zahl von philosophischen Büchern zu kaufen. Dasjenige, dem nun meine besondere Liebe sich zuwandte, war der erste Entwurf von Fichtes «Wissenschaftslehre». 2
...
Aber ich hatte doch meine eigenen Ansichten. Und so nahm ich denn die «Wissenschaftslehre» Seite für Seite vor und schrieb sie um. Es entstand ein langes Manuskript. (...)
Von der «Wissenschaftslehre» ausgehend bekam ich ein besonderes Interesse für die Fichte’schen Abhandlungen «Über die Bestimmung des Gelehrten» und «Über das Wesen des Gelehrten». In diesen Schriften fand ich eine Art Ideal, dem ich selbst nachstreben wollte. Daneben las ich auch die «Reden an die deutsche Nation». Sie fesselten mich damals viel weniger als die andern Fichte’schen Werke. 3
...
Die Sommermonate im Jahre 1879, vom Ende meiner Realschulzeit bis zum Eintritte in die technische Hochschule, brachte ich ganz mit solchen philosophischen Studien zu. 4

 
 

Fig. 10


Im Venusar vom 23. Januar 1879 wiederholten Venus und Jupiter die Konjunktion, die sie in Thomas' Sterbehoroskop bilden (Fig. 10). Die Belebung der ursprünglichen Konjunktion war äu
ßerst stark, denn die Wiederholung spielte sich nicht irgendwo in mundo sondern direkt über Venus† und Jupiter† ab.
Zwischen diesem Venusar und dem folgenden (7. März 1880) entstand in der Thomas-Seele ein Durst nach warmer, schöner und liebevoller Weisheit. Der verstorbene Hegel, mit dem sie in jener Zeit in eine wahre Verbindung trat, führte sie zu den Philosophen des deutschen Idealismus.

Ich sollte Mathematik und Naturwissenschaft studieren. Ich war überzeugt davon, dass ich dazu kein Verhältnis finden werde, wenn ich deren Ergebnisse nicht auf einen sicheren philosophischen Boden stellen könnte. Aber ich schaute doch eine geistige Welt als Wirklichkeit. Mit aller Anschaulichkeit offenbarte sich mir an jedem Menschen seine geistige Individualität. Diese hatte in der physischen Leiblichkeit und in dem Tun in der physischen Welt nur ihre Offenbarung. Sie vereinte sich mit dem, was als physischer Keim von den Eltern herrührte. Den gestorbenen Menschen verfolgte ich weiter auf seinem Wege in die geistige Welt hinein. Einem meiner früheren Lehrer, der mir auch nach meiner Realschulzeit freundschaftlich nahe blieb, schrieb ich einmal nach dem Tode eines Mitschülers über diese Seite meines Seelenlebens. Er schrieb mir ungewöhnlich lieb zurück, würdigte aber, was ich über den verstorbenen Mitschüler schrieb, keines Wortes. (Rudolf Steiner) 5

 
 

Fig. 11


Die Merkurschleife, die sich im März und April des Jahres 1880 bildete, belebte den Merkur
des Aquinaten aber auch Goethes Merkur†-Pluto†-Konjunktion. Rudolf Steiner war im Oktober 1879 in die Technische Hochschule eingetreten. Im Jahre 1880 erwachten in seiner Thomas-Seele, in zwei Entwicklungsschüben, intellektuelle Fähigkeiten und Interessen (Fig. 11 und 12).

Von besonderer Bedeutung aber wurden für mich die Vorlesungen, die Karl Julius Schröer damals über die deutsche Literatur an der technischen Hochschule hielt. Er las im ersten Jahre meines Hochschulstudiums über «Deutsche Literatur seit Goethe» und über «Schillers Leben und Werke». Schon von seiner ersten Vorlesung an war ich gefesselt. Er entwickelte einen Überblick über das deutsche Geistesleben in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts und setzte da in dramatischer Art auseinander, wie Goethes erstes Auftreten in dieses Geistesleben einschlug. (Rudolf Steiner) 6

Rudolf Steiner arbeitete an der Technischen Hochschule neben seinen Pflichtstunden an zahlreichen Erkenntnis- und Grenzfragen, die die physikalische wie physiologische Forschung aufwarfen, darunter insbesondere an Experimentalanordnungen für ein vertieftes Verständnis der Licht- und Farbenerscheinungen (...).
Entgegen den Postulaten des zeitgenössischen Materialismus und Reduktionismus verstand Rudolf Steiner im Verfolg seiner optischen Studien das Licht immer deutlicher als eine wirkliche und wirkende Wesenheit in der Sinneswelt, die ihrer eigenen Natur nach außersinnlich ist, und lediglich über die Farben indirekt in Erscheinung tritt. Seine diesbezüglichen Arbeiten führten ihn schließlich zu Goethes methodischen Ansätzen, die dieser in seiner "Farbenlehre" niedergelegt hatte und deren Relevanz er immer deutlicher sah:
(Peter Selg) 7

«Trotz aller Einwände, die von Seiten der Physiker gegen die Goethe'sche Farbenlehre gemacht werden, wurde ich durch meine eigenen Experimente immer mehr von der gebräuchlichen physikalischen Ansicht zu Goethe hin getrieben.» (Rudolf Steiner) 8

 
 

Fig. 12


Während der folgenden Merkurschleife, die sich im Sommer 1880 entwickelte, erlebte die Thomas-Seele einen zweiten Entwicklungsschub (Fig. 12). Rudolf Steiner vertiefte sich in Schellings Lehre und hatte im Januar 1881, als Folge seiner seelischen Entwicklung, ein Geisterlebnis, das er seinem Freund
Josef Köck mitteilte:

Am 13. Januar 1881
12 Uhr mitternachts
Lieber, getreuer Freund!

Es war die Nacht vom 10. auf den 11. Januar, in der ich keinen Augenblick schlief. Ich hatte mich bis ½ 1 Uhr mitternachts mit einzelnen philosophischen Problemen beschäftigt, und da warf ich mich endlich auf mein Lager; mein Bestreben war voriges Jahr, zu erforschen, ob es denn wahr wäre, was Schelling sagt: «Uns allen wohnt ein geheimes, wunderbares Vermögen bei, uns aus dem Wechsel der Zeit in unser innerstes, von allem, was von außen hinzukam, entkleidetes Selbst zurückzuziehen und da unter der Form der Unwandelbarkeit das Ewige in uns anzuschauen.» Ich glaubte und glaube nun noch, jenes innerste Vermögen ganz klar an mir entdeckt zu haben - geahnt habe ich es ja schon längst -; die ganze idealistische Philosophie steht nun in einer wesentlich modifizierten Gestalt vor mir; was ist eine schlaflose Nacht gegen solch einen Fund!
9

 
 

Fig. 13


Im Herbst 1883 trat Rudolf Steiner ohne Abschlussexamen aus der Technischen Hochschule aus.
Am 28. September 1882 hatte er sich Joseph Kürschner gegenüber bereit erklärt, Goethes naturwissenschaftliche Schriften herauszugeben. Steiner, der sich noch anderen Aufgaben zuwendete, konnte die Termine nicht einhalten; Kürschner erhielt die letzten Manuskripte von ihm erst im Jahre 1896.
Am 29. September 1890 übersiedelte Rudolf Steiner von Wien nach Weimar und arbeitete dort im Goethe-Archiv bis 1896.
Das äu
ßere Leben Rudolf Steiners, das in seinem Geburtshoroskop zu studieren wäre, war in seinen Weimarer Jahren sehr schwierig. Die Arbeit im Goethe-Archiv empfand er als Last und war schlecht bezahlt.

Im Winter 1896/97, als der absteigende Mondknoten die nähere Umgebung des ICL erreichte (Orbis 6°30') und auch Goethes
Mondknoten† erweckte (Fig. 13), begann Rudolf Steiner sein abschließendes Goethe-Buch Goethes Weltan-schauung. Er beendete es im April. Rückblickend auf seine Wiener und Weimarer Zeit sagte er im Dezember 1917:
Was ich versuchte zu schreiben, ist dasjenige, was auf der Inspiration des nicht mehr auf der Erde weilenden Goethe beruhte: die Fortbildung seiner Ansichten auf einem gewissen Gebiete nach seinem Tode, was geschrieben werden konnte aus einem gewissen Gefühl lebendiger Verbindung mit sogenannten verstorbenen Seelen. 10

Das Buch erschien Anfang Juni 1897 und im selben Monat verließ Rudolf Steiner die Stadt Goethes und zog nach Berlin.


Schattenseite

 
 

Fig. 14


Am 26. April 1887 trat Pluto in die Umgebung des Aszendenten der Lokalisierung ein (Orbis 6°30') und blieb 11 Jahre lang in Konjunktion mit diesem Kardinalpunkt (Fig. 14). Der
Übergang endete am 4. April 1898.
Der Plutotransit bedeutete eine fortwährende Belebung des einzigen Aspektes, den Pluto† in Thomas von Aquins Todeshoroskop bildet: seine Quadratur zum Merkur†, der mit Goethes Pluto† verbunden ist.
Rudolf Steiner baute in jenen Jahren seine aristotelische Weltanschauung auf und vertrat sie radikal in Goethes Weltanschauung (1897). Er zwängte Goethe, der in seinen naturwissenschaftlichen Forschungen instinktiv aristotelisch vorging, in seinem Gefühlsleben und in seiner Frömmigkeit jedoch platonisch gesinnt war, in seinen Aristotelismus hinein.

Steiners innere Krise kulminierte zwischen dem Marsar vom 17. Juni 1896 und dem folgenden (24. Mai 1898, Rückkehr des Mars zur Stelle des Mars† des Aquinaten). Pluto und Merkur des Marsars bildeten eine Konjunktion, die als Wiederholung ihrer ursprünglichen Quadratur galt.
Als Steiner schließlich einsah, dass Goethes Weltanschauung nicht in seine Schablone passte, entthronte er ihn in Goethes Weltanschauung (1897) mit folgenden Sätzen:
Es wird die Aufgabe einer besonderen Schrift sein, die psychologischen Gründe bloßzulegen, die Goethe trotz der Richtung seiner Naturstudien zu Aussprüchen führten, die auf einen bei ihm vorhandenen Glauben an einen persönlichen Gott und an eine individuelle Fortdauer deuten. Als die Naturstudien in Goethes Leben zurücktraten, nahm er christliche und selbst mystische Elemente in sein Vorstellungsleben auf. Und mit zunehmendem Alter nahmen auch diese Elemente an Bedeutung für seine Weltanschauung zu. Hier habe ich mir weder die Aufgabe gestellt, die aufsteigende Entwicklung Goethes zu zeigen, die darin besteht, dass sein eigenes Wesen den Einfluss der christlich-religiösen und philosophisch-platonischen Vorstellungen, die in seiner Jugend an ihn herantraten, allmählich überwand und sich selbst herausarbeitete, noch wollte ich die absteigende Entwicklung charakterisieren, die ihn wieder zu christlichen und mystischen Vorstellungen hinführte. Er selbst sah die Änderung der Weltanschauung als Folge der verschiedenen Lebensalter an. 11


In der zweiten Auflage (1918) und in den folgenden erschienen diese Sätze nicht mehr. Es ist peinlich, dass der Passus in der Schrift eines Steiner-Gegners aufgesucht werden muss, weil er in der Gesamtausgabe nicht aufbewahrt worden ist. Helmut Zander hat ihn in seiner Schrift Anthroposophie in Deutschland (2007) veröffentlicht. 12

 
 

Fig. 15


Der Plutotransit, der sich über die Jahre 1887 - 1898 hinstreckte, symbolisierte auch eine Unstimmigkeit zwischen Steiner und Hegel, die schon im Sterbehoroskop des Aquinaten angekündigt war. Sie trat besonders nach dem Marsar vom 17. Juni 1896 zutage, als Steiner seine Schrift Goethes Weltanschauung (1897) verfasste (Fig. 15). Im Kapitel Goethe und Hegel lie
ß er den radikalen Ich-Philosophen Max Stirner die Weltanschauung Goethes und Hegels kritisieren:
Das Einzelne, Individuelle gilt Hegel geradezu als das Schlechte, wenn es in seiner Einzelheit verharrt. Erst innerhalb des Ganzen erhält es seinen Wert. Dies ist die Gesinnung der Bourgeoisie, meint Max Stirner
«und ihr Dichter Goethe, wie ihr Philosoph Hegel haben die Abhängigkeit des Subjekts vom Objekte, den Gehorsam gegen die objektive Welt usw. zu verherrlichen gewusst.» 13


 

Literatur- und Zitatennachweis


1   
Guenther Wachsmuth, Kosmische Aspekte von Geburt und Tod, Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, Dornach, 1956, Tafel 35
2   Rudolf Steiner, Mein Lebensgang, GA 028, Seite 51, http://fvn-rs.net
3   Ebenda, S. 52
4   Ebenda, S. 53
5   Ebenda, S. 59
6   Ebenda, S. 54
7   Peter Selg, Rudolf Steiner 1861 - 1925, 3 Bände, Verlag des Ita Wegman Instituts, Pfeffingerweg 1A, CH-4144 Arlesheim, 2012. Seite 150, 1. Band
8   
Rudolf Steiner, Mein Lebensgang, GA 028, S. 97, http://fvn-rs.net
9   
Rudolf Steiner, Briefe, Band I 1881 - 1890, GA 038, I. An Josef Köck, S. 13, http://fvn-rs.net
10   Rudolf Steiner, Geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit, GA 179, Sechster Vortrag, Dornach 16. Dezember 1917, S. 118, http://fvn-rs.net
11   Rudolf Steiner, Goethes Weltanschauung, GA 006. Die angeführte Stelle erschien nur in der ersten Auflage, Weimar 1897, S. 80f.
12   Helmut Zander, Anthroposophie in Deutschland: theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884 - 1945, Band 1, Vandenhoeck & Ruprecht, 2007. Das Zitat (siehe Anmerkung 11) befindet sich auf der S. 493 der Online-"Schnupper"-Ausgabe books.google.com.
13   Rudolf Steiner, Goethes Weltanschaung, GA 006, S. 207,
http://fvn-rs.net

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