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Einige Werksetappen

Raimundus Lullus

Willem Zeylmans van Emmichoven hat sich vierzig Jahre lang für die weltweite Verbreitung der Anthroposophie eingesetzt und aufgeopfert. Es war über lange Strecken hin ein Leidensweg, denn er stieß auf das Unverständnis kleinlicher Geister. Er hat ungefähr 2'000 Vorträge gehalten. In Holland hat er u. a. ein "Zentrum für freies Geistesleben", eine Waldorfschule und eine Klinik gegründet. Das war sein äußeres Leben; es war in seinem Geburtshoroskop angekündigt.
Den wahren Zeylmans, seinen innersten Kern, lernen wir kennen, wenn wir das Todeshoroskop des Raimundus Lullus studieren. Es enthält die moralischen und schöpferischen Kräfte, die der Scholastiker in seinem Leben im Mittelalter errungen hat.  Er kam zur Erde zurück, weil er mit diesen Fähigkeiten ein neues Werk, zu dem er sich inzwischen in der geistigen Welt vorbereitet hatte, ausführen wollte. Wenn wir im Sterbehoroskop des Lullus das Erwachen dieser Impulse verfolgen, schauen wir  den wahren Ursprung von Zeylmans Lebenswerk.


Der Arzt, Forscher und Geistsucher

 
 

Fig. 1


Der aufsteigende Mondknoten (Fig. 1) erweckte den Drachenschwanz des Todeshoroskops (Spielraum 6°30'). Die Anregung hatte im Januar 1920 begonnen. Lullus' Seele, die, wie wir annehmen, in Zeylmans lebte, öffnete sich geistigen Impulsen.

Der laufende Jupiter bildete vom August 1919 bis Anfang Juli 1920 eine Schleife über dem Jupiter† und über dem Aszendenten der Lokalisierung. Die Seele erfüllte sich mit Wissenschaft, Philosophie und Religion.

Ab Juli 1918 bildete Neptun seine Schleifen während sechs Jahren in der Umgebung des AcL. In seinem wahren Wesen, d. h. in seiner Lullus-Seele, setzte sich Zeylmans ethische und idealistische Ziele.

Im Jahre 1912 - in seinem 18. Lebensjahr - hatte Willem Zeylmans an der Universität Amsterdam das Medizinstudium begonnen. Im Sommer 1914 setzte er es an der Universität Leiden fort und erhielt dort den Doktortitel am 12. März 1920. Danach spezialisierte er sich in der Psychiatrie.
Zeylmans konnte sich dann vermehrt den geistigen Interessen zuwenden, die in seinem Innern erwachten.

 
 

Fig. 2


Seit 1917 lebte Zeylmans mit der Frage: Wie wirken überhaupt die Farben auf die menschliche Seele?  Mit zwei Freundinnen machte er Versuche mit Schulkindern; und Zeylmans untersuchte, wie der Puls bei den verschiedenen Farbeindrücken reagierte und dergleichen mehr.
Nach dem ersten Weltkrieg riet ihm ein Professor, die Experimente in Leipzig, in den Laboratorien von Professor Wundt fortzusetzen.
Ab Juli (1920, Fig. 2) arbeitete Zeylmans dann in Leipzig in der Nervenklinik von Professor Flechsig. Nachmittags stellte er im Wundtschen Laboratorium Versuche an. Die Experimente befassten sich mit der Wirkung der Farben auf die menschliche Psyche.
(...) Während Zeylmans ein halbes Jahr lang jeden Nachmittag diese Experimente durchführte, studierte er intensiv die Goethesche Farbenlehre...
(2)

Im Oktober 1920 wurde er Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft.
Mein Verhältnis zur Anthroposophie war inzwischen so geworden, dass ich den intensiven Wunsch hatte, Rudolf Steiner zu begegnen. Es wurde das entscheidende Ereignis. Im Einzelnen ging es so vor sich, dass ich am 17. Dezember abends mit meiner Braut, die in Dornach Eurythmie studierte, in der Schreinerei saß. (...) Rudolf Steiner, den ich von Bildern kannte, ging zum Rednerpult. In diesem Augenblick hatte ich das unmittelbare Erlebnis des Wiedererkennens. Das ging so weit, dass gleichzeitig eine ganze Reihe von Bildern auftauchte, unbestimmt auf frühere Situationen hindeutend, als sähe ich ihn als meinen Lehrer durch die Jahrtausende. Es war das mächtigste Erlebnis, das ich in meinem ganzen Leben gehabt habe. (...) Als der Vortrag zu  Ende war, sagte meine Braut, jetzt werde sie mich mit Rudolf Steiner bekannt machen. (...) Ich ging mit ihr nach vorne und wurde vorgestellt. Da sagte er:
"Ich habe Sie schon lange hier erwartet."
Ich dachte, er meine, ich sei schon länger in Dornach.
"Aber, Herr Doktor, ich bin erst heute am späten Nachmittag angekommen."
Darauf lächelte er fröhlich:
"Das ist es gar nicht, was ich meine."
(3)


Die Sorge um das Werk

 
 

Fig. 3


In Llulls Sterbehoroskop bilden Saturn† und der Mondknoten† eine Quadratur.
In den Jahren 1939 und 1940 zeichnete der laufende Saturn eine Schleife über dem MC der Lokalisierung (Fig. 3). Zugleich wanderte der absteigende Mondknoten über diesen Kardinalpunkt. Diese Transite erweckten den Drachenschwanz†, den Saturn† und noch besonders ihr Quadrat.
Llulls Seele empfand, dass ihr Lebenswerk bedroht war.

Äusserlich spielten sich u. a. die folgenden Ereignisse ab:
Am 12. Juli 1939 sandten Willem Zeylmans und sein Freund, der Bankier Emil Menten, einen Brief an die Königin Wilhelmina der Niederlande. Angesichts der Kriegsgefahr schlugen sie ihr vor, einen Weltkongress einzuberufen. Das Aussenministerium lehnte den Vorschlag ab.
Am 1. September fiel Hitlers Armee in Polen ein.
Am 15. September eröffnete Zeylmans die Studiensaison der Schule für Geisteswissenschaft, die er 1936 mit Freunden in Den Haag begründet hatte.
Während Zeylmans am Abend des 11. November einen Vortrag hielt, befürchtete das Volk eine Invasion der deutschen Armee. Der Einfall war wirklich geplant, wurde aber verschoben. Er fand am 10. Mai 1940 statt und Zeylmans löste die Anthroposophische Gesellschaft in Holland, die ein wichtiger Teil seines Werkes war, auf.
Am 29. November starb Zeylmans Freund, Eugen Kolisko, der erst 46 war, ganz überraschend.


Der Dichter

 
 

Fig. 4

Im Jahre 1942 kündigten zwei Merkurschleifen an, dass die Seele des Raimundus sich aussprechen wollte (Fig. 4). Willem Zeylmans begann eine Dichtung, die unbeendet blieb. Die genauen Daten, an denen er an diesem Werk arbeitete, kennen wir leider nicht.

 
 

Fig. 5

Die Venus- und Merkurschleifen (Fig. 4 und 5) kündigten an, dass Seelenwärme sich im Worte ausdrücken wollte, - dies umso mehr, als Merkur und Venus des Sterbehoroskops ein Sextil bilden. Ein intensives Gefühlsleben, das in Lullus' Seele erwachte, durchpulst das Epos. Ein kleiner Auszug aus dem Werk zeugt von der lyrischen Sprache:
Den Menschen umringt der Bilder Geheimnis. Alles ist Bild, was sein Auge erblickt, was er hörend vernimmt, was seiner Seele in Geschmack und Duft sich offenbart. In Bildern enthüllt sich das Weltenall!
Was ist der Ursprung der Bilder, was ist ihr Wesen, ihr Sinn?
Die schaffenden Götter, Träger des Willens, den Menschen zu bilden, opfern ihr Sein, schenken ihre Liebe, schenken ihre Weisheit; sie offenbaren ihr Wesen, damit der Mensch werden kann. Ihr Sein und ihre Liebe, ihre Weisheit und ihr Wesen, wird  in der Welt göttlicher Geister gedacht und getragen, gefühlt und gelitten, auf Erden verwirklicht. Ins Endlose wird es strahlend, erwärmend verbreitet und als Bild offenbart, als Bild, das in tausend und abertausend Bildern durchzitternd den Raum im leuchtenden Glanz erscheint in der Welt.
Sterne, Sonne, Planeten stehen am Himmel als leuchtende Bilder von Schöpferkräften - Bilder des Götterwortes, des Willens der Götter.
So ist auch die Erde, sind alle Geschöpfe ein Bild.
(4)


 
 

Fig. 6


Der Mondknoten (Fig. 6) ist ein mathematischer Punkt, der immer auf der Sonnenbahn bleibt. Er bewegt sich dort unregelmäßig hin und her; im Ganzen läuft er aber rückwärts.
Der südliche Mondknoten lief über den Pluto des Todeshoroskops. Er erweckte das Trigon, das den Pluto† mit dem Drachenschwanz† verbindet.
Der Blick des Schreibers war der geistigen Welt (Mondknoten) zugewandt; er versuchte in den alltäglichen Dingen das Wirken geistiger Wesen zu schauen. Er überschritt die Grenzen (Pluto) der materialistischen Weltanschauung.

Der Inhalt und der Ton der Dichtung stehen in größtem Gegensatz zur äußeren Situation, in der Zeylmans damals lebte:
Unaussprechlich schweres Leid hat der Zweite Weltkrieg auch über Holland gebracht. Tausende von Menschen wurden gemartert und ermordet. Zehntausende starben durch Elend und Hunger; Hunderttausende verschwanden und kamen nie wieder, unter ihnen viele jüdische Niederländer und Emigranten. Wer die Geschichte liest, wie diese fünf Jahre deutscher Besatzung in dem kleinen Land gewütet haben, wird von sprachlosem Entsetzen überwältigt. (5)


Die Gefahr der inneren Lähmung

 
 

Fig. 7


Im Sterbehoroskop des Raimundus Lullus steht Saturn† in Quadratur mit dem Drachenschwanz†. Die Schleife, die Saturn über dem Drachenschwanz† bildete, belebte diesen Aspekt (Fig. 7).
In seiner Lullus-Seele empfand Zeylmans, dass sein Werk nur unter größter Anstrengung aufblühen konnte und dass er sich oftmals mit kärglichem Erfolg begnügen musste. Diese seelische Belastung, die im Sterbehoroskop des Lullus erscheint, verband sich mit einer Beeinträchtigung der Gesundheit, die wir in Zeylmans Geburtshoroskop lesen würden. Es ist also verständlich, dass der Pionier der Anthroposophie in den Monaten Juni bis September 1955 erschöpft und krank war.

Die Neptunschleife über der Himmelstiefe der Lokalisierung zeigt jedoch, dass Lullus' Idealismus ungebrochen war. 1955 wollte Zeylmans ein Buch über Rudolf Steiner und die Völkerpsychologie schreiben. Er konnte es nicht verwirklichen.


Die Engelordnungen

 
 

Fig. 8

Im April 1957 hatte Zeylmans die Idee, mit etwa zehn anthroposophischen Schriftstellern ein Buch über die himmlischen Hierarchien zu schreiben. Das Sammelwerk wurde nicht verwirklicht aber die Gedanken, mit denen sich Zeylmans in seinem innersten Wesen erfüllt hatte, flossen in seine Vorträge und in andere seiner Schriften ein.
Saturn† und Uranus† bilden ein Sextil. Die Schleife, die Saturn in der Nähe des Uranus† ausführte (Fig. 8), aktivierte diesen Aspekt. Lullus-Zeylmans fühlte sich aufgerufen, eine alte Überlieferung (Saturn) in moderner Form (Uranus) wiederzugeben.
Zusätzlich erweckte der Drachenkopf den südlichen Mondknoten des Todeshoroskops. Die Seele erhielt Inspirationen aus der geistigen Welt.

Angeregt durch eine Griechenlandreise (1957), - die wir im Geburtshoroskop lesen würden, - veröffentlichte Zeylmans im April 1958 die Studie Die Mysterien von Ephesos und Samothrake, die Kategorien des Aristoteles und der Grundsteinspruch.  (6)
In dieser Arbeit besprach er auch die Philosophie des Raimundus Lullus. Zeylmans hatte am 5. Januar 1924 Rudolf Steiners Vortrag über den Scholastiker gehört (GA 233a). Im Jahre 1951 war er zum ersten Mal nach Mallorca und Spanien gereist und 1961 begab er sich nochmals nach Mallorca.

Allein die Ausarbeitung von Zeylmans' nachgelassenen Notizen und Vortragskonzepten über die Hierarchien, würde ein kleines Buch füllen. Hier wollen wir nur hinweisen auf das Kapitel "Vom Wesen des Grundsteins" in seinem Grundsteinbuch (1956), das von den Hierarchien handelt, und auf die Studie "Die Mysterien von Ephesos und Samothrake, die Kategorien des Aristoteles und der Grundsteinspruch", in der er die Hierarchien u. a. in Verbindung mit dem Sephirotbaum behandelt. Was aber dem Plan für ein Sammelwerk über die Hierarchien zugrunde lag, und was damals wohl wenigen bekannt gewesen ist, war sein Motiv für das Buch: ein Werk zu schaffen für die noch nicht Geborenen, gleichsam ein Willkommensgruß und Wegweiser für eine Generation von Seelen, die sich auf Erden erst heimisch fühlen werden, wenn sie erfahren, aus welchen Kräften ihr Menschenwesen geformt ist. (7)

Uranus befand sich schon seit längerer Zeit in Schleifenbahn über dem Jupiter†. Er erweckte das Trigon, das den Jupiter† mit dem Uranus† verbindet. Zusätzlich befand sich Uranus über dem Aszendenten der Lokalisierung.
Das letzte Buch, das Willem Zeylmans schrieb, nannte er "Die Wirklichkeit in der wir leben". (8)
Er schrieb es im Winter 1958/59 als Zusammenfassung eines seiner letzten Kurse am "Zentrum für freies Geistesleben" über die zentrale Stellung, welche das Geschehen von Golgotha in der Menschheitsentwicklung einnimmt, und zwar als eine Einführung in Rudolf Steiners Anthroposophie. Denn diese ist eine
christozentrische Weltanschauung, und das wollte Zeylmans mit dem Buch zeigen. (9)

Am 12. April 1959 schrieb Zeylmans noch einen ausführlichen Plan für eine Schrift, die von den Hierarchien und den Kategorien des Aristoteles handeln sollte.

 
 
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