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Leidenswege

Reinkarnationen > Gottfried von Charnay

Gottfried von Charnay und Jakob von Molay haben dasselbe Todeshoroskop, denn sie sind miteinander verbrannt worden. Welcher von beiden ist in Osterburg am 8. August 1923 zur Erde zurückgekommen, - der Präzeptor der Normandie oder der Großmeister?

Elisabeth Vreede (1879 - 1943), die erste, von Rudolf Steiner ernannte Leiterin der Mathematisch-Astronomischen Sektion am Goetheanum, wird von ihren Freunden als wiedergekommener Jakob von Molay betrachtet. In ihren Kreisen wird mündlich überliefert, Rudolf Steiner habe sie auf diesen Schicksals-zusammenhang hingewiesen und sie habe ihren engsten Freunden davon erzählt.
Nach den Gesetzen der Reinkarnationsastrologie ist die Wiedergeburt Jakob von Molays als Elisabeth Vreede unmöglich. Es gibt keine Erweckung von Molays Todeshoroskop, die zu Vreedes Geburt hinführt. Wenn sie wirklich der Großmeister gewesen ist, gab es zwischen jener Inkarnation und Elisabeth Vreedes Erdenleben noch mindestens eine andere Inkarnation, deren Daten wir nicht kennen.

Es gibt aber noch eine andere Ansicht: Felix Peipers (1873 - 1944), der Arzt, der mit Rudolf Steiner die Farbentherapie entwickelte, sei in seiner vorherigen Inkarnation der Großmeister gewesen, beteuern seine Freunde. Er selbst war auch dieser Meinung.
Felix Peipers ist auch nicht der wiedergekommene Jakob von Molay, denn das Werk des Arztes stimmt mit den Transiten, die das Todeshoroskop des Großmeisters während Felix Peipers’ Erdenleben aktiviert haben, nicht zusammen.



Auf die Horoskopzeichnungen habe ich den Namen "Gottfried von Charnay" gesetzt, weil ich nicht mit Sicherheit sagen kann, welcher von beiden 1923 zur Erde zurückgekommen ist. Die erschütternden Ereignisse, die dem Reinkarnationsvorgang folgten, könnten jedoch auf die Wiederverkörperung der höheren Individualität, - d.h. auf die Reinkarnation des Großmeisters hinweisen.

Der Würdenträger des Templerordens war in der geistigen Welt über den Sinn seines neuen Erdenlebens informiert worden. «In meinem Todeshoroskop vom vierzehnten Jahrhundert sind nicht die seelischen Kräfte, die ich in jener Inkarnation errungen habe, aufgezeichnet. In jenem Sterbehoroskop erscheint hauptsächlich das Walten der Dämonen, der Sieg des Bösen über das Gute. Ich kehre jetzt zur Erde zurück und nach einer Leidenszeit von 2 Jahren werden die Planeten so stehen, dass sie meinem wahren Wesen entsprechen. Ich werde auf dem Krankenlager auf diese Konstellationen warten und dann sterben, sodass ich mit diesem Todeshoroskop im übernächsten Erdenleben mein Werk schaffen kann. Die göttliche Gerechtigkeit wird mir nach einer sehr kurzen Inkarnation das richtige Todeshoroskop schenken, das mir normalerweise erst nach einem langen Erdenleben gegeben würde.»

Die geistigen Mächte, die seine Reinkarnation leiteten, mussten für ihn eine Mutter finden, die die Fähigkeit hatte, ihn (unbewusst, ungewollt, direkt vom Astralleib der Mutter zum Astralleib des Embryos) mit der Tragödie der Templer zu verbinden. Sie hieß Theodora von Poturzyn und war am 8. Oktober 1896 als Tochter eines österreichischen Offiziers in Wilten, in der Nähe von Innsbruck geboren.

 
 

Fig. 1


Am 12. Mai 1310 wurden in Paris 54 Templer verbrannt. Theodoras Uranus-Mondknoten-Quadratur ist die Wiederholung (mit dem anderen Mondknoten) eines Aspektes, der diesen gewaltsamen Tod symbolisiert (Fig. 1). In ihrem Unterbewusstsein wendete Theodora ihren Blick immer wieder zu diesem Mord und zum Untergang des Templerordens hin. In ihrer vorherigen Inkarnation gehörte sie jedoch nicht zu den Vierundfünfzig.


In Leipzig, wo sie Nationalökonomie studierte, lernte sie den Studenten der Musikwissenschaft, Ernst Kunert, kennen. Sie heirateten im Sommer 1922. Anfang Januar 1923, im zweiten Monat ihrer Schwangerschaft und während der schweren ökonomischen Krise, die in Deutschland herrschte, reiste Theodora in die Schweiz, nach Dornach, um eine Arbeit zu finden. Sie arbeitete u.a. bis Ende März im Rudolf Steiner-Archiv, mit Elisabeth Vreede, die das Archiv aufbaute. Im April und Mai weilte sie bei ihren Eltern in Österreich und Anfang Juni kehrte sie nach Leipzig zu Ernst Kunert zurück.
Ihr Kind kam am 8. August 1923 in Osterburg zur Welt. Fünf Tage vorher baten sie telegraphisch Rudolf Steiner, der sich in England befand, dem Kinde die Vornamen zu geben. Der Geistesforscher nannte ihn «Willfried Immanuel».

Die Eltern entschieden sich für die Taufe des Kindes in der Leipziger Christengemeinschaft, wo seit kurzem die Priester Rudolf Frieling und Johannes Perthel tätig waren. Dort wurde Willfried Immanuel in die Gemeinschaft des Christus Jesus aufgenommen, aus der Ferne begleitet von seiner Patin Elisabeth Vreede, die am 6. Oktober einen längeren Brief an das Kind gesandt hatte («Mir kommt es eben auch so vor, als ob ich Dich schon lange kenne.») 1

 
 

Fig. 2


Gottfried von Charnays absteigender Mondknoten† und Pluto† bilden eine Quadratur (Fig. 2). Willfrieds südlicher Mondknoten-Radix erweckt diesen Aspekt. Die Konstellation ist dominant, denn sie ist mit dem ICL und DCL verbunden.
Die Lebensfähigkeit des Kindes ist in Frage gestellt. Wenn sein Leben gerettet werden kann, wird es später an einer psychischen Krankheit leiden, weil es unbewusst fortwährend auf das schreckliche Ende seiner vorherigen Inkarnation zurückschaut.

Nach der Geburt entwickelte Willfried Immanuel einen Hydrozephalus. Theodora wandte sich, durch Vermittlung Elisabeth Vreedes, an Rudolf Steiner und an die Ärztin Ita Wegman. Am 30. Januar 1924 reiste die Mutter mit ihrem Kind nach Dornach. Elisabeth Vreede nahm Theodora Kunert und ihr Patenkind Willfried Immanuel mit nach Hause - in das «Haus Vreede» auf dem Weg «zur Höhe» in Arlesheim. 2
Sie wurde herzlich von Elisabeth Vreede und von ihren Eltern aufgenommen. Ende April kehrte sie zu ihrem Mann nach Köln zurück. Willfried Immanuel blieb im Haus Vreede, wo er von Dr. Ita Wegman ärztlich betreut und von Rudolf Steiner besucht wurde.

Am 3.Juli sollte Willfried Immanuel von Rudolf Steiner in dem vor zahlreichen Ärzten, Therapeuten und Erziehern abgehaltenen «Heilpädagogischen Kurs» vorgestellt werden; am Vorabend dieses Tages aber starb Ernst Kunert völlig überraschend in Köln, an einem Herzinfarkt, in den Armen seiner Frau. 3

 
 

Fig. 3


Durch seinen Tod verband sich Ernst Kunert so eng als möglich mit der Seele des Tempelherrn, die in seinem Sohne lebte (Fig. 3).
Einerseits vereint sich Venus† des Vaters mit Mars† des Templers und belebt dessen Mars-Venus-Trigon. Andererseits verbindet sich Mars† des Vaters mit Venus† des Templers und aktiviert auch dessen Mars-Venus-Trigon.

Am 3. Juli brachte Elisabeth Vreede ihr Patenkind in einem Körbchen zum «Heilpädagogischen Kurs», wo Rudolf Steiner - nach dem anfänglichen Erschrecken Marie Steiners über das Ausmaß der Kopfvergrößerung - Willfried Immanuel aus dem Körbchen auf seinen Arm nahm (…). 4
Diese Szene, die Peter Selg beschreibt, ist ein karmisches Bild, denn sie schloss sich an eine andere an, die Jakob von Molay und die vier Präzeptoren vor sechs Jahrhunderten erlebt hatten.
Geoffroy de Charnay und Jacques de Molay wurden jeweilig am 21. und 24. Oktober 1307 im Beisein des Großinquisitors Guillaume Imbert de Paris so lange gefoltert, bis sie die Ketzereien eingestanden, die ihnen der Dominikaner aufzählte. Die drei anderen Würdenträger, - Hugues de Pairaud, Geoffroy de Gonneville und Raimbaud de Caromb, - wurden auf dieselbe Art im November vom Dominikaner Nicolas d’Ennezat zu Geständnissen gezwungen. Danach mussten die fünf Templer vor den gelehrten Dominikanern der Universität von Paris ihre Geständnisse wiederholen.
Am 3. Juli 1924 lag das unschuldige und missgebildete Kind, in dem die Seele Molays oder Charnays lebte, vor Rudolf Steiner, Ita Wegman und Marie Steiner, d.h. vor besten, wiedergekommenen Vertretern des Dominikanerordens. Sie hießen damals Thomas von Aquin († 1274), Reginald von Piperno († 1285/1295) und Albertus Magnus († 1280). Sie versuchten, ein Leiden, das verkommene Dominikaner verursacht hatten, zu heilen.


Rudolf Steiner konstatierte hellseherisch: Das Ich ist einfach noch verkümmert, es weist Sie hin auf eine Ich-Organisation, die sonst Kinder haben im sechsten, siebenten Monat der Schwangerschaft; da ist er stehengeblieben. Die letzten Monate der Schwangerschaft scheint die Ich-Organisation nicht mitgemacht zu haben, wegen des außerordentlich stark entwickelten astralischen Leibes. 5

Warum ist die Entwicklung von Willfrieds Ich im "sechsten, siebenten Monat der Schwangerschaft" stehengeblieben? Willfried wurde am 8. August 1923 geboren. Auf den 24. Mai 1923, in den 7. Monat der Schwangerschaft, fiel Theodoras Marsar.

 
 

Fig. 4


Die Quadratur, die Uranus mit dem Mondknoten in Theodoras Geburtshoroskop bildet, ist die Wiederholung eines Aspektes, der im Todeshoroskop der 54 verbrannten Templer vorliegt (Fig. 1). Uranus-Radix steht auf Uranus† der
Vierundfünfzig und der Drachenkopf-Radix befindet sich auf dem absteigenden Mondknoten†.
Im Marsar vom 24. Mai 1923 stehen Uranus und der absteigende Mondknoten in Konjunktion (Fig. 4). Dieser Aspekt gilt als Wiederholung des Radix-Aspektes. Drei Tage vorher stand die Sonne genau an der Stelle, an der sie sich befand, als die 54 Templer verbrannt wurden.
Ab dem Marsar, d.h. ab der Mitte des 7. Monats der Schwangerschaft, verband sich Theodoras Astralleib mit der Tragödie der Templer und übertrug diese Tendenz auf den Astralleib des Embryos. Dadurch wurde die Ich-Entwicklung der Leibesfrucht beeinträchtigt. Bei der Mutter spielte sich das ganz in der Sphäre des Unbewussten ab. Kurz nach Willfrieds Geburt erlebte sie diese Vorgänge halb bewusst: Mitte August, eine Woche nach der Geburt, erlebte Theodora Kunert eine körperliche und seelische Krise, die sie - trotz der äußerlich erschwerten, aber innerlich glücklichen Schwangerschaft - völlig unvermutet traf: «[…] In der zweiten Woche begann ich zu fiebern, sah zum Fenster hinaus und hörte mich sagen: ‹Alles ist zu Ende…› - Ich meinte, vor den Fenstern, über dem ganzen weiten, sommerlichen Land, etwas Dunkles, Böses zu sehen […].» Tage später hatte Willfried Immanuel wiederkehrende Krampfanfälle, die insbesondere Ernst Kunert außerordentlich beunruhigten (…)  6
In ihrem Bericht schreibt Theodora, wie sie ihrem Mann ihre seelischen Erlebnisse erzählt hat: «Ich habe es Dir einmal gesagt, als ich noch im Wochenbett lag, und seither nicht wieder, aber es weicht nicht von mir. Seit Wochen lebe ich wie in lastenden Träumen, wo man etwas vor sich hat, das einem nicht einfällt, wo man etwas erreichen will und gelähmt ist. Ich fühle die Krisis in meinem Leben, sie erstreckt sich bis in mein Verhältnis zu Dir, zum Kind, zu Menschen und Leben. Vielleicht spielt Körperliches mit - aber es ist bestimmt noch etwas anderes.» 7


Rudolf Steiner hat nicht gesagt, wer Willfried Immanuel in der vorherigen Inkarnation war. Im Haus Vreede wurde das Kind von Margarete Seufert betreut. In (ihren) Erinnerungen an die Visiten Rudolf Steiners wurde auch der Satz festgehalten: «Von Willfried sagte R. Steiner, dass er eine besonders hohe Individualität sei; gelänge es, ihn gesunden zu lassen, sei Großes von ihm zu erwarten.» 8

Rudolf Steiner verstarb am 30. März 1925 und Willfried Immanuel folgte ihm am 30. November.

 
 

Fig. 5


Im Todeshoroskop des Kindes bilden Jupiter und Venus Sextile mit Saturn und Uranus. Mars und Pluto stehen in Trigon (Fig. 5).
Die Hindernisse sind weggeräumt, der Weg ist frei. Willfried Immanuel wird in seinem nächsten Erdenleben ein Werk schaffen, das aus Weisheit (Jupiter), Kraft (Mars) und Liebe (Venus) bestehen wird.


Im Laufe der Jahre richtete Theodora ihren inneren Blick immer bewusster auf den Tod der 54 Templer, mit dem ihr Radix so eng verbunden war. Schließlich verfasste sie ein Buch über die Tragödie. Das Werk erschien im Jahre 1963. 9
Theodora, die wieder geheiratet hatte, verschied am 7. Januar 1968.

 
 

Fig. 6


Nach ihrem Tode schaut Theodora Gottfried von Charnays Seele und spricht (Fig. 6): «Ich habe die Vernichtung des Templerordens bis in die Einzelheiten durchforscht und die Wahrheit darüber kundgemacht. Ich habe alle Deine Leiden mitempfunden.»

 
 

Fig. 7


Theodora spricht (Fig. 7): «Das soziale Werk, das Du und die Templer aller Zeiten aufgebaut habt, blüht auf Erden in anderen Formen weiter. In meinem Erdenleben habe ich die Fähigkeit erlangt, Deine Mitarbeiterin zu sein.»

 
 

Fig. 8


Theodora spricht (Fig. 8): «Liebe und Enthusiasmus durchglühten die Taten, die Du als Templer vollbrachtest. Dein Vater (Fig. 3) und ich vereinigen unseren Willen; wir wollen mit Dir zu begeisternden Zielen zusammenwirken.»


Ich möchte nun diese Studie mit Theodoras Sätzen, mit denen sie ihr Templerbuch 1963 beendete, abschließen. Nicht darum kann es gehen, heute, 656 Jahre nach dem Beginn des Prozesses gegen die Templer, ihre Satzungen, Gelübde oder Riten zu erneuern, sondern darum, dass die Geist-Seelen der Templer selbst ihre unvollendeten, sich wandelnden Impulse aus jenen Bereichen, wo ihnen «die Engel sangen», zu neuen Taten auf die Erde tragen. Denn auch die Sonne schreitet weiter von einem Tierkreiszeichen zum anderen, und die mit dem Geld des Templerordens gepflanzten Fichten am portugie-sischen Strand haben, zu Stämmen herangewachsen, sich zu Schiffen zimmern lassen, die neue Meere befuhren, neues Land entdeckten.
Und was wird ihr künftiges Geheimnis sein? «Es wird sich offenbaren», sagt der Alte in Goethes Märchen, «denn es ist an der Zeit.»
10


Zitatennachweis

Näheres über den Lebenslauf von Elisabeth Vreede, Theodora von Poturzyn und Felix Peipers finden Sie auf www.kulturimpuls.org.


1   Peter Selg, Willfried Immanuel Kunert, Zur Lebens- und Therapiegeschichte eines Kindes aus dem «Heilpädagogischen Kurs», 2006, Verlag am Goetheanum, CH-4143 Dornach, Seite 21
2   Ebenda, Seite 34
3   Ebenda, Seite 59
4   Ebenda, Seite 62
5   Rudolf Steiner, Heilpädagogischer Kursus, 1975, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, Seite 120
6   Peter Selg, Willfried Immanuel Kunert, Seite 18. Er zitiert aus Theodora Kunerts Handschriftlicher Bericht über die Schwangerschaft, Februar 1924. Ita Wegman Archiv, Arlesheim
7   Ebenda, Seite 21
8   Ebenda, Seite 87. Peter Selg zitiert aus Erinnerungen von Margarete Seufert. Siebenseitige Niederschrift durch Herbert Seufert nach Gesprächsnotizen vom Januar 1977; Ita Wegman Archiv, Arlesheim.
9   Krück von Poturzyn, Der Prozess gegen die Templer. Ein Bericht über die Vernichtung des Ordens, 3. Auflage 2003, Verlag am Goetheanum, CH-4143 Dornach
10   Ebenda, Seite 207

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