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R. Steiners Todeshor.

Rudolf Steiner > Goethe, Fichte...

Rudolf Steiners Todeshoroskop

 
 

Fig. 1


Wir haben nur einige Etappen der Entwicklung der Thomas-Seele hervorgehoben und sind erst im Jahre 1897 angelangt. Nun möchten wir aber in Rudolf Steiners Sterbehoroskop lesen, wie er jetzt zu Goethe, Fichte, Schelling und Hegel steht.

 
 

Fig. 2


Rudolf Steiner starb als der laufende Mondknoten fast genau auf dem Mondknoten von Goethes Todeshoroskop stand (Fig. 2). Der Geisteslehrer wollte nicht nur Goethe in der geistigen Welt besuchen, sondern ganz mit ihm vereint sein und in ihm aufgehen.

 
 

Fig. 3


Auch mit Hegel wollte er sich aufs Tiefste verbinden (Fig. 3). Der Philosoph des deutschen Idealismus empfand, dass seine Lehre durch Rudolf Steiners Geistigkeit verstärkt wurde.

 
 

Fig. 4


Ein schlechter Aspekt im Sterbehoroskop bedeutet, dass im irdischen Dasein ein moralischer Fehler begangen wurde.
Die Verschmelzung mit Goethe und Hegel blieb unvollkommen; Rudolf Steiners überbetonte Selbstbehauptung, die er in seinem Erdenleben entwickelt hatte, störte die Vereinigung (Fig. 4).

 
 

Fig. 5


Rudolf Steiner hatte den theoretischen Anarchismus und die radikale Ich-Philosophie Max Stirners bewundert. In den Jahren 1892 bis 1900 lobte er die Weltanschauung Stirners, der seit ungefähr 40 Jahren in der übersinnlichen Welt weilte.
Die geistigen Mächte, die das Todesdatum des Menschen bestimmen und in ihrer Himmelsschrift ihr Urteil über sein soeben beendetes Erdenleben fällen, stellen fest, dass Max Stirner einem ma
ßlosen Hochmut verfallen ist.
Als die beiden Philosophen sich nach ihrem Tode begegneten, sah Rudolf Steiner, dass er diesen nachtodlichen Zustand Stirners noch verschlimmert hatte (Fig. 5).

Nur wenige Anthroposophinnen und Anthroposophen haben eine tiefere Kenntnis von Rudolf Steiners Gedanken, denen er sich vor dem Jahre 1900 hingab. Diese Menschen, die sich die Mühe geben, seine esoterische Lehre, die er ab 1900 verkündete, zu verarbeiten, - zirka 6'400 Vorträge und noch einige Bücher-, die Meditationen pünktlich zu machen und auf einem Felde der anthroposophischen Praxis zu wirken, haben kaum noch Zeit für weitere Lektüren übrig. Von Rudolf Steiners Beziehungen zu Max Stirner wissen viele von ihnen wenig oder nichts und die Behauptung, Rudolf Steiner habe in seinem nachtodlichen Leben Probleme, werden sie als Angriff auf den verehrten Lehrer empfinden. Zum Verständnis des Sachverhalts seien hier einige Stellen aus Rudolf Steiners Schriften der Jahre 1887 bis 1900 angeführt:

Es erhöht die Würde des Menschen, daß grausam immer zerstört wird, was er schafft; denn er muß immer aufs neue bilden und schaffen; und im Tun liegt unser Glück, in dem, was wir selbst vollbringen. Mit dem geschenkten Glück ist es wie mit der geoffenbarten Wahrheit. Es ist allein des Menschen würdig, daß er selbst die Wahrheit suche, daß ihn weder Erfahrung noch Offenbarung leite. Wenn das einmal durchgreifend erkannt sein wird, dann haben die Offenbarungsreligionen abgewirtschaftet. Der Mensch wird dann gar nicht mehr wollen, daß sich Gott ihm offenbare oder Segen spende. Er wird durch eigenes Denken erkennen, durch eigene Kraft sein Glück begründen wollen. Ob irgendeine höhere Macht unsere Geschicke zum Guten oder Bösen lenkt, das geht uns nichts an; wir haben uns selbst die Bahn vorzuzeichnen, die wir zu wandeln haben. Die erhabenste Gottesidee bleibt doch immer die, welche annimmt, daß Gott sich nach Schöpfung des Menschen ganz von der Welt zurückgezogen und den letzteren ganz sich selbst überlassen habe. (Rudolf Steiner, 1887) 1

Stirner fordert die Menschen auf, jeden einzelnen von ihnen, sich selbst zu betrachten, um zu sehen, daß die Wesenheit in ihm selber liegt, die er über sich wähnt. «Hat Gott, hat die Menschheit, wie ihr versichert, Gehalt genug in sich, um sich alles in allem zu sein, so spüre ich, daß es mir noch weit weniger daran fehlen wird, und daß ich über meine <Leerheit
> keine Klagen zu führen haben werde. Ich bin nicht nichts im Sinne der Leerheit, sondern das schöpferische Nichts, das Nichts, aus welchem ich selbst als Schöpfer alles schaffe.» Stirner will, daß die Menschen erkennen: sie seien selbst das und stellen es im Leben dar, was sie nur verehren und anbeten zu müssen glauben.
Die Weltanschauung des stolzen, sich selbst genügsamen Menschen vertritt Stirner.
(Rudolf Steiner, 1898) 2

Als ich Stirners Buch las, da empfand ich einen Nachklang von Leiden und Freuden, von Leidenschaften und Sehnsuchten, die Jahrhunderte lang die Herzen der Menschheit durchzuckt haben, in deren Banden heute noch immer fast unser ganzes Geschlecht lebt. Und ich hatte eine Empfindung von der Seligkeit, welche die Brust des Mannes durchdrang, der da sagen konnte: «Alle Wahrheiten unter mir sind mir lieb; eine Wahrheit über mir, eine Wahrheit, nach der ich mich richten müßte, kenne ich nicht.» (Rudolf Steiner, 1898) 3

Wenn wir den Stoß zweier Körper erklären, so geschieht das dadurch, dass wir uns vorstellen, der eine Körper übe auf den anderen eine ähnliche Wirkung aus wie er selbst, wenn wir einen Körper stoßen. So wie wir es hier mit etwas Untergeordnetem machen, so macht es der religiöse Mensch mit seiner Gottesvorstellung. Er deutet menschliche Denk- und Handlungsweise in die Natur hinein; und auch die angeführten Philosophen von Parmenides bis Aristoteles deuteten menschliche Denkvorgänge in die Natur hinein.
Das hiermit angedeutete Bedürfnis des Menschen hat Max Stirner im Sinne wenn er sagt: «Was in dem Weltall spukt und sein mysteriöses, <unbegreifliches> Wesen treibt, das ist eben der geheimnisvolle Spuk, den Wir höchstes Wesen nennen. Und diesem Spuk auf den Grund zu kommen, ihn zu begreifen, in ihm die Wirklichkeit zu entdecken (das <Dasein Gottes> zu beweisen), - diese Aufgabe setzten sich Jahrtausende die Menschen; mit der gräßlichen Unmöglichkeit, der endlosen Danaidenarbeit, den Spuk in einen Nicht-Spuk, das Unwirkliche in ein Wirkliches, den Geist in eine ganze und leibhaftige Person zu verwandeln, - damit quälten sie sich ab. Hinter der daseienden Welt suchten sie das <Ding an sich>, das Wesen, sie suchten hinter dem Ding das Unding
(Rudolf Steiner, 1899) 4

Erst Max Stirner hat in seinem 1844 erschienenen Buche «Der Einzige und sein Eigentum» in radikaler Weise von dem Ich gefordert, es sollte endlich einsehen, daß es alle Wesen, die es im Laufe der Zeit über sich gesetzt hat, aus seinem eigenen Leibe geschnitten und als Götzen in die Außenwelt versetzt hat. Jeder Gott, jede allgemeine Weltvernunft ist ein Ebenbild des Ich und  hat keine anderen Eigenschaften als das menschliche Ich. Und auch der Begriff des allgemeinen Ich ist aus dem ganz individuellen Ich jedes Einzelnen herausgeschält. (Rudolf Steiner, 1899) 5

 
 

Fig. 6


Rudof Steiner schätzte die Dichtungen Julius Harts. Im Jahre 1899 erschien dessen Schrift Der neue Gott. Ein Ausblick auf das kommende Jahrhundert. 6
In einem Artikel, den Rudolf Steiner als Redaktor des Magazin für Literatur im Jahre 1900 verfasste, verriss er das Buch.
Nach Julius Harts Tod gab es eine für Rudof Steiner unangenehme Begegnung mit dem Autor. Der ehemalige Redaktor musste gestehen, dass er mit seiner vernichtenden Kritik sich selbst geschädigt hatte.

Welchen Geistesknirps macht Julius Hart aus Max Stirner! Dieser hat mit einer hellen Fackel in ein Gebiet geleuchtet, von dem dieser Ausleger keine Ahnung zu haben scheint. In ein Gebiet, wohin weder unsere Sinne noch unser abstraktes Denken dringen können. Er hat in ein Gebiet geleuchtet, wo wir das Höchste, das es für den Menschen gibt, nicht bloß sinnlich wahrnehmen, nicht bloß begrifflich denken, wo wir es unmittelbar individuell erleben. In der Welt unseres Ich geht uns das Wesen der Dinge auf, weil wir hier in einer Sache darinnen stehen. (Rudolf Steiner, 1900) 7

Ich wende mich nun zu dem Nachweise, daß die «neue Weltanschauung», die Julius Hart «begründen» will nichts, rein gar nichts enthält, als Elemente aus den von ihm als abgetan bezeichneten Weltanschauungen der Vergangenheit - keine neue Idee, keine neue Empfindungsnuance, kein neues Phantasiebild. Wir treffen in dem «Neuen Gott» lauter recht alte, gut bekannte Götter und schlagen immerwährend die Augen auf vor Verwunderung, daß Julius Hart das längst Entdeckte so spät wieder entdeckt. 8

Was Julius Hart von der «neuen Weltanschauung» weiß, das reicht gerade hin, daß er sich nun hinsetzen könnte, um die Goethesche Weltanschauung zu studieren. Er ist vorbereitet genug, um bei einem solchen Studium einige Erfolge zu erringen. Aber in solchem Vorbereitungsstadium - eine neue Weltanschauung «begründen»! Man muß Ihnen sagen, Herr Hart, so Weltanschauungen begründen, wie Sie sie begründen, das könnte noch mancher; es hindert ihn aber nur der Umstand, daß er etwas mehr gelernt hat als Sie und deshalb weiß, daß Ihre Weltanschauung längst begründet ist. 9

 
 

Fig. 7


In ihrem übersinnlichen Dasein erleben Schelling und Steiner das Glück, in ihrer Weltanschaung übereinzustimmen (Fig. 7).

 
 

Fig. 8


Johann Gottlieb Fichte befürwortet Rudolf Steiners Streben nach hohen Geisteszielen und fördert ihn auf diesem Wege (Fig. 8).

 


Literatur- und Zitatennachweis


1   
Rudolf Steiner, Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften Goethes Erkenntnisart, 1887, 2. Band, GA 1, Seite 125,
http://fvn-rs.net
2   Rudolf Steiner,
Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884 - 1902, GA 32, S. 215. Max Stirner. Magazin für Literatur, 1898, 67. Jg., Nr. 26 211, http://fvn-rs.net
Rudolf Steiner bespricht Max Stirners Buch
Der Einzige und sein Eigentum, 1845.
3   
Rudolf Steiner, Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884 - 1902, GA 32, S. 219. Magazin für Literatur 1898, 67. Jg., Nr. 27, Voilà un homme, http://fvn-rs.net
4   Rudolf Steiner, Gesammelte Aufsätze, Der Individualismus in der Philosophie. Der Egoismus., 1899, GA 30, S. 116,
http://fvn-rs.net
5   Ebenda, S.
143
6   Julius Hart, Der neue Gott. Ein Ausblick auf das kommende Jahrhundert; Diederichs, Florenz und Leipzig 1899

7   
Rudolf Steiner, Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884 - 1902, GA 32, S. 329. Von der «modernen Seele», Magazin für Literatur 1900, 69. Jg., Nr. 3-5
8   Ebenda, S. 331

9   Ebenda, S. 336

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